Hochwasser in Dresden 2013 – Entwarnung!

Nach der schrecklichen Katastrophe im August 2002 hat man doch gute Hausaufgaben  gemacht. Viele Millionen Euro sind sinnvoll für den Flutschutz eingesetzt worden. Die Feuerprobe haben wir nun gut überstanden. Auch wenn es kritisch war und anderorts wirklich immer noch viel zu viele Menschen böse erwischt hat – an dieser Stelle möchte ich meinerseits eine Entwarnung an alle Dresden Besucher abgeben.

Lassen Sie sich nicht von teilweise überzogenen, katastrophenorientierten Berichterstattung der Medien beeindrucken. Die Situation hat sich normalisiert. Viele toursitische Highlights von Dresden und Umgebung können bereits uneingeschränkt besucht, oder genutzt werden.

Dresden ist immer eine Reise wert – herzlich willkommen!

Ihre Karolina Borowski

Biene Maja Eis

So was haben Sie noch nicht gesehen! Oder?

Man nehme eine Kugel Erdbeereis, stecke zwei Smarties rechts und links rein, da kann der Kopf schon mal gucken.. Mit dem Löffel kratzt man ein Lächeln hinein. Danach folgen zwei Kugeln Vanilleeis aneinander zusammen geklatscht, darüber Schokoladensoße in Streifen und der Bienenbauch ist dran. Zwei dreieckige Waffeln mit der Spitze nach unten und die Biene kann fliegen.  Da fehlt ja noch was! Ein Waffelröhrchen wird noch am Bienenpo befestigt – da hat sie auch ihren Stachel. Noch etwas Erdbeersoße (fachmännisch: Spiegel) drumherum und die Biene Maja ist fertig, wie süß!

Gesehen und probiert im Rosengarten am Elbufer.

Don Kosaken – internationale

Die polnische Lehrerin findet es sehr amüsant, dass die Don Kosaken ihre russischen Lieder in Dresden vor der Frauenkirche, am Sockel vom Martin Luther dahin schmettern. Die Abendglocke, weczerni dzwon ist so ein Hit. Da sah man schon bei manchen Touristen die Träne über’s Antlitz rollen. Trotz Hitze stehen sie in voller Montur mit roten Gesichern. Aus ihren weit geöffneten Herzen und weit geöffneten Kehlen, inklusive Vodkafahne, donnert es russisch, dass die Kuppel zu wanken droht. Als sie enden grüßt die Polin freundlich auf russisch. Sie beherrscht es noch aus alten Zeiten. Die Kosaken grüßen freundlich zurück – ja da winkt die ganze Gruppe polnischer Lehrer ihnen zu und schon schmettern die Kosaken uns zu Ehren die polnische Nationalhymne über den Neumarkt hinweg. Jeszcze Polska nie zginela, noch ist Polen nicht verloren!

Im Georgentor ist es schattig und die Akkustik ganz besonders, da braucht man keinen Verstärker. Diesmal haben sie hier ihren Sangort gewählt, aber diesmal geht es nicht russisch oder polnisch, sondern im Duett italienisch!  Ein älterer, rundlicher, schwitzender Italiener gesellt sich zu den Kosaken. Sie sind flexibel. „Lasciatemi cantare“,  drhönt’s aus dem Georgentor über den Schlossplatz hinweg. Der Italiener singt aus voller Brust und die Kosaken quetschen ihre Kommoden was das Zeug hält.

Ach ja, und als uns Angela besucht hat, siehe Foto auf meiner Homepage, da haben sie sogar mit stolzer Ordenbrust mit ihr posiert. Das nenne ich einfach Völkerfreundschaft.

Opa hat Geburtstag

Irgendwie ist es immer eine Ehre für mich, wenn ich für eine Führung gebucht werde, die ein Geschenk für einen Ehrentag ist. Der Opa hat Geburtstag. Seine Frau, der Sohn und die Schwiegertochter kommen mit einem Kleinbus an und ich bin die Reiseleiterin oder Stadtbilderklärerin. Wir steigen auch mal aus und laufen durch den Zwinger.

Der Opa ist ein grosser Mann, aus meiner Sicht, ein Riese. Leider hört er schlecht und ich bin nicht in der Lage zu ihm ins Ohr zu sprechen, selbst auf Zehenspitzen nicht. Ich will ihn ja nicht anbrüllen.

Bloss gut, dass es im Zwinger die kleinen Treppen gibt. Seitlich, da wo die umlaufenden Podeste an den Pavillions sind. Ich stehe auf der Stufe und so rede ich ihm genau ins Ohr. Da sind wir Beide glücklich.

Und so sind wir, als wir uns verabschieden, wahre Freunde geworden, die ihre Freude teilten.

Wir schütteln uns die Hände, dabei bückt sich der grosse Mann zu mir tief herunter und ich bekam ein dicken Schmatz auf die Backe! Mit roten Backen, geehrt und erfreut bin ich nach Hause gegangen.

Danke lieber Opa.

Dynamo, Dynamo!

Hubschrauber kreisen über der Altstadt, ganz viele Polizeiwagen an jeder Ecke. Na klar, heute spielt Dynamo Dresden. Das erzähle ich auch meinen fragenden Gästen.
Auf dem Weg nach Hause hole ich paar Einkäufe in dem Eckladen, der so klein ist, aber eigentlich  alles da hat ohne Schlange an der Kasse.

Heute arbeitet hier ein junger Mann mit einem Tunnel im Ohr – das ist so ein Ohrloch-Ohrring –, schwarzen, wirren Haaren mit blauem Pony und sonst irgendwie dunkel gekleidet. Ich frage ihn nach  dem Ergebnis des Spiels. Er sagt knapp:

Dynamo hat gewonnen.

Das ist ja super!

Er sagt nichts, steht immer noch vor mir da, schaut mich an und zieht wortlos seinen Pullover hoch.  Ich sehe das sich darunter befindende T-Shirt mit einem grossem Totenkopf und wiederum darunter die Aufschrift: St. Pauli.
Da bin ich ins Fettnäpfchen getreten!
Wir grinsen Beide beim Abschied und ich habe es sehr eilig den Laden zu verlassen.

Dresden für polnische Gäste – Stadtführung in polnischer Sprache

Oprowadzanie po Dreźnie w języku polskim.

Auf polnischen Spuren durch die Dresdner Alstadt

Sachsen und Polen – das Erste was dazu einfällt, sind natürlich August der Starke und sein Sohn. Beide herrschten als Kurfürsten in Sachsen und als Könige in Polen. Die meisten sichtbaren Spuren gibt es aus dieser Zeit – dem Augusteischen Zeitalter. In der Geschichte gibt es davor und danach viele weitere gute und schlechte, aber enge Beziehungen. Welche Auswirkungen hatten politische Ereignisse in beiden Ländern? Die Folgen hatten durchaus Einfluss auf die Geschehen in ganz Europa – bis in die heutige Zeit.

Von grosser Bedeutung waren auch die kulturellen und wirtschaftlichen Impulse.

Gespickt mit interessanten und amüsanten Anekdoten werden Ihnen die geschichtlichen Fakten erzählt und die polnischen Spuren sichtbar gemacht.

Die wichtigsten Orte in der Altstadt, wo man diesen Spuren nachgehen kann sind: Zwinger, Semperoper, Hofkirche, Frauenkirche und Fürstenzug.

zum vergrößern der Bilder bitte darauf klicken

Dauer: ca. 2 Std.
Honorar: 93,- Euro
Buchbar von 1 bis ca. 25 Personen*

*Bei größeren Gruppen ist es wegen der Hör- und Erlebnisqualität empfehlenswert einen zweiten Stadtführer mitzubuchen.

Achtung –  es ist keine öffentliche Stadtführung, einzelne Personen können sich leider nicht anschließen.

Testa Rossa

Ich warte auf meine Gäste vor dem Swissotel.
Plötzlich höre ich einen dumpfes, tiefes Brummgeräusch, gleichzeitig rennen paar Herren aufgeregt herum und fotografieren mit Allem was sie so dabei haben. Handys, Kameras und Laptops. Da kommt ein roter Ferrari eingefahren.
Meine Gäste sind noch nicht da, ich guck zu und überlege was so in den Herren vor sich geht beim Anblick dieses Wagens. Und wer steigt aus? Ein sehr dicker und hässlicher, glatzköpfiger, älterer Mann mit einer schlichten, älteren Frau. Na ja, wenigsten keine falsche, junge Blondine. Ich staune, wie der wohl überhaupt in das Auto eingestiegen ist. Er ist nicht nur dick, auch sehr gross.
Dann kommen, der Gepäckträger und ein junger, aufgeregter Mann aus dem Hotel. Der hat wohl die Aufgabe dieses Auto in die hoteleigene Tiefgarage zu fahren.
Er übernimmt mit zittrigen Fingern den Schlüssel und wird plötzlich im Gesicht so rot, wie der Ferrari. Daher kommt also die Bezeichnung für einen Ferrari -Testa Rossa – Roter Kopf!
Er steigt ein, es dauert eine Weile bis er soweit ist, er startet den Motor. Wieder dieser Sound, geil! Der Wagen bricht sofort los, wie ein wildes Pferd, der Kerl bremst gleich ab, was man an der Lichtorgel sieht, sonst donnert er gegen die Schlosswand. Röhrend verschwindet er um die Ecke.
Meine Gäste sind auch gerade, recht leise angekommen.

Eine kleine Wanderung

Wir wollen wandern, meine kleine, wild zusammengemischte Gruppe von 10 Leuten und ich.
Es sind ältere Herrschaften, wir wollen nicht übertreiben, daher wähle ich die Strecke von Graupa nach Pillnitz zur Weinbergkirche mit dem Stopp beim Winzer Zimmerling, unterhalb der Weinberge. Ich bin zwar schon obenlang gewandert, untenlang nur in die umgekehrte Richtung. Zur meiner Vorbereitung gehört der Kauf einer Wanderkarte, sicher ist sicher.
Wir besuchen das Lohengrinhaus, eine Richard Wagner Stätte in Graupa und dann geht´s gleich hinterm Haus schon los. Nach ca. 10 Minuten kommt eine Abzweigung die mich verunsichert, da hole ich gleich meine Karte raus! Ich wühle im Rucksack, nichts. Nochmal, nichts. Ich rekapituliere. Wagnermusuem, am Ende war ich an der Kasse Fachliteratur stöbern und danach noch schnell auf der Toilette. Ich beschliesse ohne Karte weiter zu laufen, der Nase nach. Jetzt noch zurück flitzen ist doch doof. Nach paar Schritten kommt uns ein älterer Herr auf dem Fahrrad entgegen, er wundert sich warum wir hier hoch gehen, da geht´s nicht weiter. Er gibt uns ein Tipp und grüsst freundlich. Eine der Damen hält ihn auf, erklärt mir ihre Idee, die ich grandios finde und trage diese dem Herrn vor. Sie sind ja mit dem Rad, ich habe meine Wanderkarte im Wagnermuseum liegen lassen, könnten Sie……Klar, kann er!
Unser unbekannter Freund tritt in die Pedale! Es dauerte wirklich nicht lang, während wir langsam weiter schlendern holt er uns ein und winkt von weitem mit dem erobertem Schatz – die Karte! Die war auf dem Damen-WC ruft er schon von Weitem, übergibt das gute Stück und radelt davon. Vier Leute studieren nun immer wieder die Karte, keiner von uns findet genau die Stelle, wo wir uns jetzt befinden sollten. Aber, wir finden eine gute Ausschilderung mit dem Symbol einer Weintraube! Unterwegs treffen wir noch ein Wanderpärchen, die nach Weinkonsum beim Zimmerling uns fröhlich den Weg weisen. Die letzten, ausgeschilderten 500 m scheinen uns mind. 1 km lang zu sein. Herrlich ist es hier, Wein- und Kunstgenuss und eine wohl verdiente Pause. Prost.

Die Morgentoillette

Die besagte, sympathische Dame mit dem Zopf und dem schönen Versprecher, fragt mich, ob ich beim Wändestreichen war? Hier sagt man malern dazu.

Ich hätte so einen weissen Farbfleck in meinen Haaren. Oh, das sind bestimmt meine Grauen! Das sieht anders aus, sie fasst beherzt in meine Haare und popelt die weissen Stellen ab.

Und mir kommt die Erleuchtung. Ich hatte es morgens wieder so eilig. Schnell ins Bad, dann nur noch Zähne putzen, dezentes Make up auflegen und los. Beim Zähneputzen ist mir immer eine Haarstähne ins Gesicht gefallen, ich konnte mich direkt sehen, wie ich immer wieder diese olle Strähne beim Zähneputzen aus dem Gesicht strich.  Alles klar?!

Dresden ist ein Dorf

Endlich Feierabend, nach der letzten Führung in der Semperoper gönne ich mir ein Samstagsgefühl. Wie die anderen Leute, Dresdner und Touristen schlendere ich über die Augustusbrücke, herrlich! Ich erreiche den Goldenen Reiter und bummle durch die Hauptstrasse. Die Geschäfte haben noch geöffnet. Wie ein Magnet zieht es mich immer in die Buchläden rein, ich kann einfach nicht vorbei gehen. Es könnte ja ein interessantes, neues Buch über Dresden geben, das ich noch nicht kenne. Ein Schnäppchen ergattern, oder einfach nur gucken. Ich stehe vor besagtem Regal und werde lautfröhlich angesprochen. Das ist ja unsere Führerin aus der Oper! Ruft eine Dame, um sie herum weitere Damen – ja ich kann mich erinnern, sie waren gerade als Gäste in der Semperoper. Nun bekomme ich Lob, von allen Seiten! Ich hätte es so interessant gemacht, es war locker, spannend und nicht nur reine Zahlen. Ja sie könnten es beurteilen, sie hätten schon viele Führungen mitgemacht….

Ihr denkt jetzt Eigenlob… OK, es lief wie Öl runter und tat mir sooo gut.

Noch eine Begegnung

Hab meine Pflichtrunde vor dem Arbeiten gedreht. Schnell einkaufen, Briefmarken besorgen, etc. Vor der Post stand ein Pärchen, beide mit Fahrrad, grosser Stadtplan aufgeklappt, hin und her drehen und diskuttieren. Irgendwie typisch, Touristen. Auch da kann ich nicht anders, ich frage ob ich helfen kann. Sie sagen mir was sie suchen, doch bevor ich antworten kann geht es los: das ist ja unsere Führerin aus der Semperoper, ich erkenne die Stimme, das ist ja nett! Es war so toll! Ich merke sie gehen davon aus, dass ich sie erkannt hätte, sorry das war nicht der Fall. Um so witziger finde ich diese Begegnung.

Carmen

Mit einer polnischen Gruppe wählen wir aus der Speisekarte und ich helfe beim Bestellen in dem ich schnell dem Kellner die Wünsche übersetze. Die Gäste sind Opernfachleute aus Polen und redeten gerade über die Oper Carmen. Filet vom Bullen lese ich in der Karte. Mir fällt spontan nicht ein, wie Bulle auf polnisch heisst. Ein Hänger.

Ich finde es witztig und will nicht einfach Rindfleisch sagen. Da sage ich, das Tier aus der Carmen. Alle lachen und wissen nun genau was ich meine.

Der sympathischster Versprecher

Eine sympathische, humorvolle Frau, mit frechem Zopf – was ihr sehr gut stand – will mich ihren Begleitern vorstellen und sagt: und das ist unsere Leisereiterin!

Also meine Tätigkeit ist:  leise reiten, oder Reise leiten…

Mein gelbes Schild

Als lizensierte Gästeführerin bekommt man, es ist wirklich eine Auszeichnung und man fühlt sich auch so, ein gelbes Schild mit Vor- und Nachnahmen und sogar dem Dresdner Wappen.

Darunter der Hinweis, dass ich zum Berufsverband der Dresnder Gästeführer gehöre und der Spruch: mit uns durch Geschichte und Gegenwart Dresdens. Kurz nach meiner IHK-Prüfung 2006 und dem Eintritt in den Verband bekam ich endlich dieses Schild. Ich trug es mit Stolz auf der Brust! Es baumelte also an meiner Brusttasche als ich mit einer Gruppe unterwegs war, erst zu Hause merkte ich, dass es weg war. So ein Mist, wo suchen, wie finden? Ich wollte schon ein Neues beantragen, da kam ein Anruf. Ein nettes Dresdner Ehepaar fand es auf der Prager Str., googelte meinen Namen und so kam der Kontakt zustande. Oh, war ich froh.

Ich raste gleich mit dem Fahrrad los und bekam es zurück. Und dann passierte es wieder, diesmal war ich in der Sächsichen Schweiz unterwegs, ich war wirklich sauer auf mich und verzweifelt. Endstation der Tour war die Bastei, hier traf ich eine nette Kollegin, die mir Zeichen gab, sie müsse mich sprechen. Ich liess die Gruppe am Panoramablick zurück und nu? Meine Kollegin fand das Schild auf der Festung Königstein, wo ich zuvor war. So ein Glück! Jetzt passe ich noch mehr auf, in dem ich oft vergesse es mitzunehmen. So kann es nicht verloren gehen. Nein, nein, ich habe jetzt ein Bändchen und kann es mir um den Hals hängen.

Borowski

Nach vielen Jahren des Exotendaseins mit meinem Nachnamen, wird dieser immer gängiger.

Auf der Prager Str. in Dresden gibt es seit ein paar Jahren schon ein Cafe, dass so heisst. Als es eröffnet wurde habe ich dort meinen Personalausweis gezeigt und gescherzt, dass ich wohl Anteile an dem Umsatz hätte. Man sagte mir, ich sei bestimmt schon die achte Person, die sich hier mit dem Nachnamen vorstellt, ich musste meinen Kaffee selbst bezahlen.  Das Cafe heisst so nach dem russischem Glaskünstler, der die schönen Leuchter und Vasen, die sich hier befinden, gefertigt hat.

Es gibt sogar einen Fernsehkommissar Borowski, den ich natürlich sympathisch finde und gern gucke. Mein Sonntagskrimi muss einfach sein, auch wenn ich sonst wenig in die Kiste gucke. Bei einer Schülerführung merkte ich, wie paar Jungs auf mein Namensschild starrten, zu einander flüsterten und hitzig debattierten. Schliesslich wurde wohl Einem von ihnen aufgetragen mich zu befragen. Der Junge ca. 9 Jahre alt, schaut zu mir hoch mit roten Bäckchen und fragt cool: duuu,  sind sie die Schwester von Tim Borowski?

Der Dackel

Nach ausgiebieger Besichtigung gönnt man sich eine schöne Pause. Ich bin mit dem älteren Ehepaar mit dem Flohmarkt-Erlebnis aus der Neustadt am Ende der Führung angelangt. Ich weiss nicht mehr, wie wir auf den Hund kamen, sie erzählen mir von ihrem seeligem Dackel.

Der war so schlau, er ging sogar allein Gassi. Gartentür auf, Hund raus, nach 20 Minuten war er wieder da. Doch manchmal kam er nicht zurück, meistens dann, wenn ihn die Liebesgefühle überdackelten. Sobald eine Hündin im Umkreis von ca. 5 km läufig war, war er für längere Zeit verschwunden, dann kam er sehr mitgenommen aber glücklich nach Hause und verschlief fast den ganzen Tag.

Eines Tages verführte er die Schäferhunddame des BGS, (meine Begleiter lebten im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Schweiz) beide, der Dackel und die Schäferhündin brannten durch.

Die Affäre war nach gewisser Zeit beinahe vergessen, als eines Tages beim Spaziergang durch einen Nachbarort ein merkwüridiger, junger Hund gesichtet wurde. Ein struppiger, langer, schmaler Körper und aufällig langen Pfoten.

Flohmarkt in der Neustadt

Ich begleite ein älteres, sehr nettes und interessiertes Ehepaar durch die Neustadt. Auf dem Weg zur Pfund´s Molkerei überqueren wir den Martin-Luther-Platz. Hier, vor der mächtigen Kirche steht eine Granitkugel, die, wenn das Wasser läuft, sich wie von Zauberhand bewegt – das Wasser ist abgestellt. Auf dem Brunnenrand sitzen zwei Kinder, wohl Geschwister, ein grössere Junge ca. 8 Jahre alt und sein kleineres Schwesterchen. Sie bauten ihre bunten Schätze vor sich auf, die in der kalten Frühlingsonne leuchten. Kleines, grünes Auto, eine kaputte, bunte Halskette, die anderen Dinge habe ich vergessen,  auch eine grosse, leere und offene Blechdose, die wohl als Kasse dienen soll. Wir fragen höflich was sie denn hier machen und ob man hier was kaufen könne. Jaaaa. Der Herr fragt was das grüne Auto kosten soll und bekommt prompt die Antwort: 20,- Euro, sagt der Junge. Das ist aber sehr teuer! Nein, sagt die Kleine, 20 Cent! Wir kramen gemeinsam in unseren Geldbörsen und holen viele 10 und 20 Cent Stücke und legen es in die grosse Kasse. Die Freude ist gross, die Augen leuchten. Ich frage was sie denn mit dem verdienten Geld nun machen werden, das Mädchen guckt zu Seite und sagt, na sparen, auf die hohe Kante legen!

Wir verabschieden uns, während der ältere Herr lächelt und sagt, das ist mein schönstes Dresden-Andenken und das grüne Auto wird vorsichtig in sein Rucksack gelegt.

Der entspannte Busfahrer

Bei der Stadtrundfahrt gab es einen obligatorischen Halt an den Elbschlössern.

Ich stand auf, drehte mich zu den Gästen um und erzählte die spanndende Geschichte über die Schlösser und ihrer Bewohner. Der Busfahrer, ein lieber, sehr dicker, gemütlicher Bär, machte es sich mit der Bildzeitung am Lenkrad gemütlich. Nach einer kurzen Weile hörte ich ein merkwürdiges Geräusch neben mir. Es begann leise und wurde immer lauter und stärker.

Die Gäste hörten es auch, wir lachten alle sehr herzlich, was den Busfahrer bei seinem Schläfchen überhaupt nicht störte, er schnarchte weiter bis ich ihm das Zeichen zur Weiterfahrt gab.

Wiener Schmäh

Eine nette Gruppe aus Wien. Mit viel Humor wurde dem schlechten Dezemberwetter getrotzt, die Gäste blieben interessiert und aufmerksam. Wir witzelten über die Habsburger und Wettiner, die Gäste selbst trugen mit netten Anekdoten zur guten Stimmung bei.

Am Cholerabrunnen erzählte ich über die Sophienkirche und was mit der Ruine geschah.

Eine kleine, auf den ersten Blick unscheinbare Dame schaute mich beim Erzählen sehr aufmerksam an, ihre Augen waren schön, klar und temperamentvoll. Wir wollten weiter gehen, sie blieb immer noch stehen und sagte: wissen´s was, der Ulbrich war ein, jetzt kam das Wort mit grossem A und einem Loch hinten dran.

Tante Lotti wurde 90!

Tante Lotti wünschte sich keine Geschenke, sie hat ja Alles und braucht Nichts – in meinem Alter! Ihe Verwandten beschlossen ihr einen schönen Geburtstag auszurichten und fragten bei mir  nach einem schönen Tagesprogramm an.

Es begann mit einer Dampferfahrt, leider spielte das Wetter nicht mit, es regnete und wir sassen unter Deck. Die schöne Aussicht entlang der Elbe wurde dennoch genossen.

Ich überreichte Tante Lotti mein kleines Geschenk, eine Meißner Porzellan Gedenkmedaillie.

Während sie sich empörte, sie wolle doch kein Geschenk, packten ihre krummen Finger bereits das Päckchen aus. Sie nickte zufrieden und steckte es gleich  in ihr Omi-Täschchen ein. Wir stiegen aus. Tante  Lotti wollte absolut nicht gestützt werden, sie packte fest den Griff ihres Gehstocks, wacklig aber trotzig kam sie ans Land. Hier wartete bereits das bestellte Taxi um sie über das Blaue Wunder zu fahren, das schien ihr recht zu sein, es regnete noch. Der Rest der Gesellschaft spazierte über die historische Brücke zur Standseilbahn. Es ging hinauf in den Luisenhof, wo eine festliche Tafel auf uns wartete. Tante Lotti sass völlig locker mir gegenüber und kramte in ihrem Omi-Täschchen. Sie holte ihr Handy raus, guckte drauf und sagte, ach ja, der Horst, hat mir auch eine SMS geschrieben. Ich war völlig baff, wahrscheinlich sass ich da mit offenem Mund. Die 90ig jährige besitzt ein Handy und kann damit gut umgehen. Was mir die Verwandten gleich bestätigten.

Nach dem festlichen Mahl, war wirklich sehr schön gedeckt, liebevoll serviert und es schmeckte gut.  Ich fand es sehr nett, dass ich mitessen durfte, gönnte mir aber nur eine Kleinigkeit. Nach dem Essen wurden wir zur Stadtrundfahrt abgeholt, es ging in die Altstadt, wo das nächste Highlight, was unser Geheimnis war, auf Tante Lotti wartete.

Im Zwinger wartete leibhaftig August der Starke. Er kam auf uns zu und gratulierte standesgemäss, königlich der Dame. Auf die witzigen Grüsse, gab sie ganz freche Antworten und blieb einfach gelassen. Sie hackte sich beim August dem Starken, der ihr den Arm anbot ganz lässig unter und lief recht flott neben ihm. Wir waren alle erstaunt, die Familie lächelte, dass das Gehen jetzt keine grossen Probleme machte. Allein das war ein Volltreffer.

Ich war ganz erleichtert, dass alle meine Ideen geklappt haben, trotz des Regens war es wirklich ein gelungenes Programm und ich werde Tante Lotti niemals vergessen. Sie drohte zum Schluss August dem Starken an, dass er ihr zum 100sten wohl auch gratulieren werde.

Polnische Pechvögel

Eine etwas längere Geschichte in Kurzform geschrieben.

Wir, meine polnische Kollegin und ich warten auf zwei polnische Busse mit ca. 100 Gästen, die um 10.00 Uhr in Dresden  ankommen sollten. Der erste Anruf erreicht uns um 9.45 Uhr, sie hätten sich verfahren, sind noch auf der tschechischen Seite. Nächster Anruf, klärt mich auf, dass der Reiseleiter eine Abkürzung aus den polnischen Sudeten über Tschechien unternehmen wollte, sich trotz GPS! total verfahren hat, und sie irgendwo bei Zittau herumkurven. Meine Hinweise bringen sie auf die Autobahn, Richtung Bautzen, also kann es noch ca. eine Stunde dauern. Wir trinken Kaffee, Tee, schlemmen beim Bäcker, gehen einkaufen und warten, warten, warten. Mein Handy ist schon leergelutscht, da selbst, wenn ich angerufen werde es etwas kostet. Endlich gegen 12.30 Uhr sehen wir zwei polnische Busse auf dem Theaterplatz rumkurven.

Die Gäste sind erleichtert als sie endlich aussteigen können, für ca.300 km hatten sie etwa 7 Std. im Bus verbracht. Das ist ein Rekord! Das große Besichtigungsprogramm kann ja nicht mehr absolviert werden, es warten ca. 100 Haxen im reservierten Restaurant. Ich rufe an, dass es später wird, aber wir wollen wenigstens einen Stadtrundgang unternehmen. So beginnen wir gleich hier auf dem Theaterplatz, das Wetter ist schön, die Laune besser. Wir weisen die Busfahrer an, von hier aus (Theaterplatz),  auf den Busparkplatz unter der Carolabrücke, am Terrassenufer hinzufahren, wo wir anschließend die Gruppen hinbringen und ins Restaurant fahren können.

Weitere Rekorde folgen: vom Theaterplatz muss man rechts abbiegen, unter der Augustusbrücke fahren, links Dampferanlegestelle, gleich die nächste Betonbrücke, ist die Carolabrücke, darunter der Busparkplatz, so habe ich es dem Busfahrer erklärt. Er hat sich verfahren!!! Gelandet ist er auf der gegenüberliegenden Seite, an der Staatskanzlei, warum er über die Brücke fuhr weiß ich nicht. Die Stadt war an diesem Tag voller Polizei, Punkertreff, oder so, er wurde von einem freundlichen Polizisten dahin gelotst, wo er hin sollte. Aber, wir haben nur einen Bus, der stand nun am verabredeten Ort, aber wo ist denn der andere geblieben?  Nach zahlreichen Anrufversuchen las er uns am Telefon vor, dass er sich am Bischofsplatz befindet. Er hätte plötzlich, den vor ihm fahrenden Kollegen verloren. Da er kein Roaming-Handy hat, konnte er sich nicht mehr mit ihm verständigen …

Der Bischofsweg ist schon ein Stück weit weg, ich erkläre am Telefon was er nun in sein GPS eingeben soll, wir wurden unterbrochen. Weitere Gespräche klären mich auf, dass er inzwischen einen PKW gerammt hat und nun auf die Polizei warten muss …

Ich will wenigstens den einen Teil der Gruppe ins Restaurant bringen, sie hatten seit heute früh nichts gegessen. Wir können nicht abfahren, ein Gast fehlt. Per Handy, was wären wir heute ohne, gelingt es ihn zu erreichen und zu lokalisieren. Meine Kollegin rennt solange hin und holt ihn ab.

Nein, wir können immer noch nicht losfahren, ich bemerke, dass ich mein Handy verloren hatte … Wir rufen meine Nummer an, Wahnsinn, es geht jemand ran, der ehrliche Finder gab es an dem Ticketstand vor der Semperoper ab. Meine Kollegin bringt den verlorenen Gast und mein Handy, das sie anschließend in meinen Briefkasten wirft, mit.

Ich bringe also die Hälfte der Gruppe ins Restaurant, fahre mit demselben, leeren Bus zurück und hole die anderen ca. 50 auf dem Parkplatz wartenden und zähneknirschenden Gäste ab, und bringe sie ins Restaurant.

Wir checken telefonisch die Lage, Busfahrer auf der Polizeiwache. Ich Taxi, Reiseleiter geschnappt und zu Wache. Busfahrer (es sind zwei, wegen der Fahrzeiten….) sitzen bereits im Polizeiwagen, vor der Wache, den wir nun mit der Taxe eskortieren um zum Unfallort hinzukommen. Inzwischen sei ja fast alles geklärt, die Polizisten wundern sich, warum die Busfahrer nicht gleich den Hörer mir gereicht hätten. Am Ort des Geschehens, Lössnitzstraße, steht der Bus mit einem klitzekleinen Kratzer an der Stoßstange. Der Autofahrer bekam einen Schreck, Panik, polnischer Bus! Rief gleich die Polizei. Die strafte den Busfahrer mit dem geringsten Busgeld von 35,– EUR, der Fall wäre erledigt, aber es wurde nichts verstanden. Benötigt wurde nur noch die grüne Versicherungskarte, nix verstehen, deshalb die Wache. Die grüne Karte ist nicht auffindbar, alle anderen Papiere sind OK. Ich rede mit Engelszungen auf die freundlichen Polizisten ein, schildere, dass 50 Gäste nun bestimmt auf dem Restaurantparkplatz auf ihren Bus warten, wir dürfen fahren.

Inzwischen stehen alle 100 Gäste auf dem Restaurantparkplatz. Sie sind alle satt! Vor dem einen Bus stehen zwei Kellnerinnen und rühren sich nicht vom Fleck, das sieht schon ulkig aus. Bei dem ganzen Durcheinander hatte das Restaurant ebenfalls Panik bekommen, dass die Gruppe für ihr Essen nicht bezahlen wird. Ich hatte den Reiseleiter entführt, der hatte das Portmonee. Albern fand ich es trotzdem.

Zu Hause angekommen wartet mein Handy im Briefkasten, ich befreie es und schleppe mich mit letzter Energie für Heute in meine Wohnung im zweiten Stock.

Jetzt eine Dusche.

DB – fahrt Zug und spart Geld!

Keine Gästeführerin-Story, aber lesenswert.

Zwei Geschäftsfrauen unterwegs mit der S-Bahn nach Görlitz. Abfahrt 10.12 Uhr, ich trödle mal wieder morgens herum, also rase ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof, ich muss noch vorher das Ticket kaufen. Per Internet ging das nicht, den Automaten hasse ich, bloß gut – keine Schlange am Schalter, ich äußere meinen Wunsch.

Der junge Mann am DB-Schalter ist freundlich und knöpft mir 35,– EUR für hin und zurück, ab. Ich stutze und frage nach, ob der Preis wirklich so stimmt, mir kommt es vor, dass ich schon mal preiswerter nach Görlitz gereist bin. Mein Einwand verringert den verlangten Betrag aber nicht.

Drei nach Zehn, meine Gefährtin nicht da, ich rufe an, sie geht nicht ran. Ich bemerke drei unterschiedliche Uhrzeiten, die meiner Armbanduhr, des Handys und der Bahnhofsuhr. Mist, jetzt geht sie ran und kommt auch eingeschwebt, die Zeit wird knapp. Meine Gefährtin sieht es locker, sie könne ja das Ticket im Zug kaufen! 10.07 Uhr oder so …

Das war leider ein Irrtum, man kann im Zug beim Schaffner keine Tickets mehr kaufen, wir werden aufgefordert den Zug zu verlassen, Tickets am nächsten Automaten zu kaufen und eine Stunde später weiterzufahren. Das kann ich nicht glauben. Jetzt gehe ich zu der Schaffnerin hin, sie ist sehr freundlich, bedauernd bestätigt sie, dass das so sei, keine Fahrscheine mehr im Zug. Es gibt noch die Möglichkeit, Fahrpreis plus 40,– EUR zu bezahlen. Wir sollen aber einen Moment warten. Kurzer Zeit später kommt sie zu uns und verkauft meiner Begleiterin den Fahrschein, dieser kostet nun 19,90 EUR, das sei das Sachsenticket …

Ich fletsche die Zähne, verdrehe die Augen und kann nichts mehr verstehen.

Austausch unter Gästeführern

Austausch unter Gästeführern, oder Meeresgötter und Schaumschläger.

Am liebsten ziehen wir über die anderen, sog. Gästeführer her. Unser Berufsstand ist nicht geschützt, jeder kann sich auf die Straße stellen und behaupten, fachlich geeignet zu sein, die Gäste durch die Stadt zu führen und den Gästen das Blaue vom Himmel erzählen.

In Polen ist es so, dass nur die von der Stadt geprüften Leute führen dürfen, sie haben eine Lizenz und da darf kein Fremder kommen! In Krakau, Wroclaw, etc. wird das sogar geprüft. Es kann kein Reiseleiter der Gruppe aus Irgendwo, einfach die eigenen Leute durch die Stadt führen. Auch kein selbsternannter Guide.

Viele von uns haben deshalb den teuren IHK-Kurs absolviert, ziemlich viel gebüffelt um die Prüfungen zu bestehen, sich dem Gästeführerverband angeschlossen, etc. Für viele Agenturen, die uns buchen, ist wenigstens das ein gewisses Qualitätszertifikat.

Beim Warten auf die Gäste z.B. auf dem Theaterplatz, kann man so schön lauschen, was die anderen Kollegen/innen den Gästen so erzählen. Eine liebe Kollegin berichtete mir, sie erlauschte neulich, dass kein geringerer als Neptun die Semperoper bekrönt! Das ist echt der Hammer! Warum den Neptunwagen, Panther und nicht Delphine ziehen und welche Nymphe er an seiner Seite hat, das wollte sie sich gar nicht mehr anhören, das tat so weh! Die Pantherquadriga wird von dem griechischen Gott Dionysos und seiner Frau Ariadne angeführt.

Scheiße!

Rutscht mir heute aus, vor den Gästen, was mir sonst mit Mist, oder Scheibenkleister zu umgehen gelingt.

Das Wetter ist so besch…eiden, es regnet ohne Ende. Vor lauter Schirmen sehe ich kaum meine Gruppe, wenn ich noch ein paar Fotos aus meiner Mappe über das zerstörte Dresden den Gästen zeigen möchte, ist es echt Sch…

Ein netter Herr wird mein Schirmherr, solange ich meine Mappe herumzeige, beschirmt er mich und ich schmeiße meinen Schirm auf den Boden. Trotz aller Bemühungen ist es einfach Sch…

Ich sage es laut und deutlich, da schaut mich eine Dame aus der Gruppe sehr ernst an und sagt:

“Scheiße sagt man nicht, da ist die ganze Bildung im Arsch!

Dank solcher sympathischen Gäste sind Stadtführungen zu Fuß, im Regen viel erträglicher. Danke.